Archiv der Kategorie 'Träume'

Traum von Jane Bürgermeister

Ich fahre zu einem Ort, um J.B. zu treffen. Ich komme von einer großen Schnellstraße an einen See mit einem wohlhabend wirkenden Haus. Ich prüfe das Namensschild. An der Türklingel steht der Name Sieber oder Siebert Software mit einem goldenen, etwas pompösen Firmenschild. Irgendwie kommt mir zu dem Namen eine alte Erinnerung an einen reichen Besitzer eines Softwareunternehmens. Ich denke bei mir, daß er das schlau gemacht hat mit dem schönen Haus und der Lage am See. Nur die Schnellstraße führt direkt vor dem Grundstück vorbei. Das macht für mich alles mies. Es ist, als ob das Wichtigste vergessen worden wäre. Es sieht nur gut aus, denke ich.

Das nächste Haus steht etwas weiter abseits. Es hat einen großen Hof vor dem Eingang. Es ist ziemlich verfallen und hat kein Namensschild. Als nach dem Klopfen niemand öffnet, gehe ich durch die klapprige Holztür, die sich nicht mehr abschließen läßt. Innen treffe ich ein altes Paar, das sich als J.B.s Eltern herausstellt. Nach und nach kommen noch andere Familienmitglieder aus anderen Räumen hinzu. Ich wundere mich, daß das Haus innen so groß ist. Es wirkt wie ein alter, verfallener Bauernhof. Wir kommen durch einen langen Gang und dann an einem Innenhof, einer Art Atrium, vorbei, das sicher einmal schön war. Überall hängen Dinge herunter und es stehen alte Sachen herum, es ist kühl und der herbstliche Regen und Wind kommen herein. Sehr viel erinnert mich an die Gärtnerei. Am Ende des langen Gangs kommen wir in einen recht großen Raum mit einem schön gedeckten Tisch in der Mitte. Hier ist es warm mit einem offenen Kamin. J.B. ist jetzt auch da und hilft mit beim Decken. Mittlerweile sind sicher 15-20 Menschen, von den Großeltern bis zu den Kindern, anwesend. Das sonntägliche Mittagessen für die große Familie wirkt fast wie ein kleines Fest. Ich freue mich über die ungezwungene Atmosphäre und helfe beim Vorbereiten, während ich schon völlig natürlich im Kreis aufgenommen bin. Beim Essen geht das Gespräch über diese Impfungen. Ich bin wegen diesem Interview zu ihr gefahren, aber es ändert sich schnell und wir sprechen über viele andere Dinge, die viel interessanter sind und die mich viel mehr berühren.

Ich wundere mich, daß der Raum sich offenbar langsam verändert, immer wenn ich nicht hinsehe. Es wird heller und luftiger. Die Fenster werden größer und haben lange weiße Vorhänge, die leicht im Luftzug wallen. Ich kann den Eingangsbereich des Hauses durch ein Fenster sehen. Das Haus hat mittlerweile schon eine Fassade mit Säulen und wirkt jetzt massiv und vornehm. Auch der Boden, die Wände, das Geschirr, alles verwandelt sich nach und nach und wird immer wertvoller. Draußen kommt auch die Sonner heraus. Ich nehme das alles eher beiläufig im Gespräch wahr. Ich frage mich, ob sich die Umgebung wirklich verändert, oder ob ich vorher einfach nicht genau genug hingesehen habe.

J.B. taucht auf, weil ich mich mit den Impfungen und der Möglichkeit von Zwangsimpfungen und den politischen Einfluß der WHO beschäftigt hatte. Die Häuser beschreiben mich selbst. Der reiche Softwareunternehmer ist mein früheres Leben, bei dem „etwas“ falsch war. Dagegen gehe ich jetzt in das düstere, verfallene Haus, das mich im Traum an die Gärtnerei erinnert. Die äußeren Umstände sind heruntergekommen, aber innen gibt es Liebe und ein ganzes Fest. Ganz innen angekommen (bei der Festtafel), verwandelt sich alles.

Traum von unkontrollierter Fahrt

Ich sitze in einem Auto mit F., meinem Chef aus der Gärtnerei und seiner Frau. Es ist ein alter amerikanischer Geländewagen ohne Dach und mit harter Federung. Er fährt zunehmend schneller durch eine amerikanische Wüstenlandschaft. Die Piste ist nicht mehr geteert und wird immer buckliger. Ich habe Angst, daß er die Kontrolle über den Wagen verliert und wir uns überschlagen. Ich kann nichts dagegen tun, daß einige Bilder von möglichen Unfallgeschehen in meiner Vorstellung ablaufen. Ich will nicht auf diese Bilder starren, sondern etwas unternehmen, statt nur ruhig und wie gefangen dazusitzen.

Eigenartigerweise sitze ich vorne und muß mich zu ihm umdrehen, um etwas zu sagen. Dabei bemerke ich, daß F. in einem eigenartigen, wahnartigen Zustand ist und offensichtlich geistig nicht ganz da. Ich versuche etwas zu sagen, aber es ist sehr mühsam und es kommt zuerst nichts heraus. Irgendwann schaffe ich es mit Anstrengung doch und sage irgendetwas wie „Papa, … langsamer…“. Ich wundere mich über das Wort Papa, und es ist mir auch kurz peinlich – dann will ich wissen, was das bedeutet, aber darüber nachdenken geht jetzt nicht. Ohne weiter etwas mit Worten zu probieren, fasse ich ihm ins Lenkrad und strenge mich an, den Wagen zum Stehen zu bringen, indem ich versuche, langsam die Handbremse zu ziehen und den Zündschlüssel auf Aus zu drehen. Es ist ziemlich schwierig mit dem Rütteln des Wagens und F.s Gegenwehr. Es ist nicht klar, ob es gelingt oder ob es dadurch besser wird.

Deutung: F. hat die Führung und steht für die Arbeit als Gärtner und die Kraft, die mich dorthin zieht. Das bringt mich sehr schnell irgendwohin, aber ich habe keine Kontrolle darüber. Das macht mir Angst. Ich versuche zu bremsen.

Es steckt auch noch etwas anderes darin, das mit Emanzipation zu tun hat. Ich gehe gegen die Autorität, den „Vater“, an und will selbst die Geschicke lenken (Unabhängigkeit).

Näherliegende Zusammenhänge sind meine tatsächliche Angst beim Autofahren und bei den Fahrgewohnheiten meines Chefs.

Traum von meiner Schwester

Ich sehe meine Schwester, wie sie sich mit verschiedenen Dingen beschäftigt. Sie arbeitet nicht, weil sie für ein Jahr krank geschrieben ist; ihre angebliche Überbelastung ist mir sehr suspekt und ich finde sie abstoßend. Sie versucht sich selbst zu heilen mit irgendwelchen Diäten und Hungerkuren. Ich habe einen starken Eindruck davon, wie sie sich damit wichtig macht vor sich selbst. Darin vermischt ist noch eine Art verlogener Schlankheitswahn. Außerdem fällt mir vor allem die Selbstablehnung auf, die darin liegt. Es ist als wäre sie von sich selbst getrennt und würde mit großen und völlig unnötigen Anstrengungen versuchen, wieder zu dieser Liebe zu kommen. Nur daß sie eine bestimmte, ganz falsche Idee davon hat, was sie erreichen möchte und wie sie dorthin kommt.

Der Traum benutzt meine Schwester als Bild, aber eigentlich geht es um mich selbst. Es geht um eine bestimmte Überspanntheit. Aber die Erwähnung von Familie im Traum hat noch eine andere Bedeutung, denn der Vorgang läßt sich auch bei anderen Familienmitgliedern beobachten. Er entsteht aus einem Untergrund aus Selbstverleugnung. Die Äußerung davon ist jedes Mal anders, aber in jedem Fall bleibt es erkennbar an einem ganz bestimmten versteckt-hitzigem Eifer und Wichtigtuerei für sich selbst.
Bei mir ist die Äußerung offensichtlich intellektuelles Posieren. Mir war das bislang nicht so klar, aber jetzt sehe ich es besser, was GL einmal Überspanntheit genannt hat. Wer sich auf irgendeine Art aufmanteln muß, der hat schon lange vorher etwas versteckt, vergessen oder verleugnet und lebt nicht sein Leben, bringt sich nicht da ein, wo es ihm gemäß ist. Die ursprüngliche Energie verschwindet aber nicht, sondern taucht dann an einer anderen Stelle in grotesker Form wieder auf. Obwohl ich selbst darin festhänge, tut es immer auch weh, das bei anderen zu sehen. Alle Selbstzerstörung, die ich beobachte, war ursprünglich einmal Liebe.

Bei meiner Überspanntheit geht es um den Verstand. Ich meine, durch noch mehr Verstandestätigkeit und rationalem Denken würde ich irgendwann einmal etwas „verstehen“. Dagegen übersehe ich dabei sofort, was ich jetzt selbst bin – schon ist die Bewußtheit übergangen und das, was jetzt ganz konkret da ist in meinem Leben.

Traum von GL

Ich treffe GL. Er ist in Begleitung von ein paar älteren, gutgekleideten Herren, die sich irgendwie gesellschaftlich verdient gemacht haben. Ein Firmenchef ist dabei und evtl. ein Architekt, vielleicht noch ein Anwalt. GL selbst ist eigenartig gekleidet, ähnlich wie Mahatma Ghandi, aber mit Turnschuhen an den nackten Füßen und einem hippiemäßigen, bunten Batik-Tuch, statt dem weißen. Ich wundere mich, denn ich kenne ihn ganz einfach und recht unauffällig. Er wirkt äußerlich gealtert, aber seine blitzenden Augen und spontanen Äußerungen und Gefühle erzeugen ein lebendige, sirrende Atmosphäre um ihn herum. Wir fahren in einem teuren Auto irgendwohin, das Gespräch dreht sich um Alltagsfragen und ein paar Spezialfragen zu Selbsterkenntnis. Ich sage kaum etwas, denn die älteren Herren reden die meiste Zeit und wissen viel mehr als ich. GL läßt immer wieder „Wort-Fallbeile“ los oder schüttet sich aus vor Lachen über die Konstruktionen der Herren, nur um nächsten Moment harsch zu unterbrechen, daß jetzt aber Schluß sei mit dem Unsinn.

Dann sind wir im Buchladen Hugendubel am Marienplatz. Wir sind eine Art Erscheinung dort und alle gaffen uns an. Jetzt sind die Schulteilnehmer auch mit dabei. GL läßt sich nicht im geringsten von den Gaffenden stören und unterhält sich länger und hingebungsvoll mit einer Verkäuferin, die ihn als einzige ehrlich und freundlich bediente ohne an seinem auffälligen Äußerem Anstoß zu nehmen.

Dann sind alle von der Gruppe plötzlich verschwunden und ich bin allein im Laden. Ich finde überall Bücher von GL. Sogar einige recht oberflächlich wirkende, esoterische Fotokalender. Doch dazwischen kommen auch Tagebucheinträge von ihm vor, die etwas Tieferes spürbar machen, wer es herauslesen kann. Ich freue mich und denke, daß er das schlau gemacht hat, damit Geld zu verdienen, sich aber trotzdem nicht zu verkaufen. Ich schlage noch ein anderes Buch auf, das auch von ihm ist. Es gibt jetzt nicht nur seine Selbsterkenntnisbücher sondern auch Romane, Kurzgeschichten und Sachbücher im ganzen Laden verteilt. Ich weiß, die Selbsterkenntnisbücher sind die „Essenz“, aber daraus kommt alles andere völlig mühelos zustande und es umfaßt alles, was im Leben eines Menschen passieren kann. D. kommt und fragt, ob wir weitergehen. Doch ich bin völlig vertieft in einem Absatz und will einfach weiterlesen.

Die älteren Herren stehen für den Verstand, dessen Stimmen und Machenschaften. Sie deuten auch die Verbindung zur Gesellschaft an, also zur allgemeinne Moral und zu allgemeinen Werten und Vorstellungen. Meistens spricht der Verstand. Ich selbst bin still und traue mich nicht an den scheinbar großen, verdienten, wichtigen Äußerungen vorbei, denen ich noch glaube. Ich hänge am Verstand und identifiziere mich mit ihm.

Traum vom Zahn

Ich treffe mit einem Schwarzen zusammen. Wir können uns nicht verständigen, aber es ist kein Problem, mit Körpersprache, Gestik und Mimik in Kontakt zu kommen. Ich freue mich über diesen herzlichen Austausch, denn ohne Worte ist es einfach, warm und offen. Irgendwann geht es plötzlich um Zahnprobleme. Er erzählt etwas von Löchern, die ihn plagen. Plötzlich bemerke ich bei mir einen gebrochenen Backenzahn auf der rechten Seite und versuche, das zu erklären. Als ich selbst mit den Fingern nachfühle, fällt der Zahn heraus zusammen mit einem großen Stück Knochen. Ich erinnere mich plötzlich, daß ich mir in einem anderen Traum aus irgendeinem Grund den Kiefer gebrochen hatte. Ich bin sehr erschrocken darüber und fühle bestürzt die hohle Stelle.

Als erstes fiel mir dazu das Wort „verbissen“ ein. Tatsächlich habe ich auch schon recht lange einen realen Effekt, ein Rückgang von Zahnfleisch an einem Backenzahn, der nach der Meinung eines Zahnarztes davon kommen könnte, daß ich knirsche, also im Schlaf verkrampft die Zähne zusammenbeisse. Das war lange Zeit zurückgegangen und ich hatte es wieder vergessen, aber es meldet sich gerade wieder stärker. Ich vermute, es geht um Spannungen und Kämpfe, die ich unter tags unterdrücke. Das paßt auch mit einer Rückmeldung in der Schule zusammen. Den Schwarzen und den liebevollen Kontakt deute ich als Echtheit und Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Es heißt also: die Ehrlichkeit bzw. ich selbst weise mich auf Verbissenheit hin.

Das begleitete mich den Tag über. Mir fiel heute auf, wie eitel und selbstzufrieden ich bin in der Rolle als Gärtner. Da kann ich endlich meine Verachtung auf anderen ausleben, auf die mit ihren riesigen Autos und der Dekadenz. Ich bin in keiner Weise frei, sondern Opfer meiner eigenen Projektionen, gespeist aus Ablehung, Haß und vermutlich auch Neid. Dabei bringe ich selbst gar nichts zustande, sondern bin nur ein kleiner Haufen verbissener Boshaftigkeit. Das zu sehen war unangenehm und ernüchternd, aber die Wahrheit. Wieso bin ich so fixiert auf andere? Ich brauche doch nur auf mich zu hören und dann ist alles in Ordnung. Was will ich immer von diesen anderen? Welchen Handel habe ich da? Ich will auf eine Art Liebe von außen. Ich warte (selbst unmündig) darauf, daß jemand kommt und mich erlöst oder mir Anerkennung zollt, mir Dank sagt und mir selbstauferlegte Bürden abnimmt, nach dem Motto „quäl Dich doch nicht so, das ist doch nicht nötig“. Genau so funktioniert etwas in mir, und es funktioniert immer wieder auf die gleiche Weise. Es ist wie eine automatische Einrichtung. Das zu sehen und zu schreiben legt einiges offen.

Verstand – Inneres Gefängnis

Ein Traum vor kurzem:

Ich bekomme einen ausführlichen Kommentar im Blog, der mich beschimpft und auseinandernimmt, wie stümperhaft, selbstzerstörerisch und dumm ich mit mir umgehe. An vielen Punkten hat der Kommentator recht, aber die Form ist unpassend und nicht hilfreich. Noch während ich den Kommentar lese, kommt ein weiterer Kommentar von F. Er spricht den ersten Kommentator an, verteidigt mich teilweise, führt stringente Argumentationen gegen den ersten Kommentator, u.a. daß Kommentare nur hilfreich sind, wenn sie auf gekonnte Art Verständnis im Empfänger erzeugen, statt ihn zu demütigen oder zu schulmeistern.
Meine Reaktionen: Einen kurzen Moment bin ich froh, von einer „stärkeren Kraft“ in Schutz genommen zu werden. Dann schäme ich mich für diese Reaktion, denn ich erkenne, daß ich nur immer genau auf so eine äußere Hilfestellung und Schutz warte. Ich bin innerlich noch in der Position eines Kindes, das auf Eltern wartet. Dann ärgere ich mich, daß F. als Helfender und Lehrer auftritt, obwohl er sich sonst so abgekapselt darstellt, genauso wie der Kommentator. Mein Tagebuch dient nur als Plattform für eine Auseinandersetzung über die beste Art und Weise der spirituellen Unterweisung. Im Grunde ist das gut und wertvoll, aber es paßt hier irgendwie nicht. Die eigentliche Umgebung dafür fehlt.


Der Kommentator zeigt das, was ich aus Hinweisen und Rückmeldungen von der Schule mache. Ich filtere sie durch den Verstand und hacke dann auf mir herum. Ich tue das als Ersatz für echte Selbsterkenntnis, was einfach nur Hinsehen ist. F. steht z.T. für das Verständnis und das Wissen um diesen Zusammenhang bei mir.

Durch ein Gespräch mit D. gestern sind mir mehrere Dinge klargeworden.

An einem Punkt bezüglich einer Situation in der Arbeit, ging es darum, wie ich meine Gefühle verleugne. Es kam dabei heraus, schon bei meiner Antwort an sie, wie ich sofort den Verstand vorschicke um zu versuchen etwas vorwegzunehmen, bzw. mich gar nicht erst ganz auf etwas einzulassen.

Die Reaktion von mir war erschreckend automatisch und D. reagierte sehr entschieden darauf. Ich war nachher dankbar, diesen blinden Fleck gezeigt bekommen zu haben. Mir ist das immer noch viel zu wenig klar, wie schnell ich abstrahiere, analysiere und verkopfe. Ich weiß nicht genau, wieso ich das so krampfhaft tue. Ich nehme an, es ist eine Angewohnheit, die auf Angst aufbaut. Ich versuche alles mögliche vorwegzunehmen, nur um keine Angst und direktes Leben zu erleben.

Dann kam für mich noch heraus, daß ich Rückmeldungen in der Schule blockiere, bzw. krampfhafte Anstrengungen unternehme, um ein anderes Bild zu erzeugen und den eigentlichen Punkt zu vertuschen. Statt meine inneren Zwangsvorstellungen zu entlarven, zementiere ich sie sogar. Auf Hinweise verhärte ich noch mehr. Leider ist es völlig automatisch und dumm, so auf bewußtes, menschliches, gut gemeintes Feedback zu reagieren, gerade wenn es niederschmetternd oder erschreckend für mich ist.

Es gibt aber noch etwas anderes in mir, daß atmet und herauskommen will, wenn ich Freiheit und Offenheit in anderen Tagebüchern spüre. Ich bin nicht zu 100% verkopft. Wie komme ich also aus dem Verstand heraus? Ich kann das Berechnende und Abstrakte sofort fallenlassen, wenn es mir auffällt und an was es sich festmacht. Wichtig ist für mich, daß ich weiß, daß die Berechnung zu meinem Vorteil auf die Vermeidung von Angst aufbaut, auf Rückzug und Abschottung. Ich meine, das reicht schon.

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Momentan zehrt die körperliche Arbeit sehr an mir, besonders die Hitze. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das auf längere Sicht schaffe. Ich bin offensichtlich um einiges schwächer, als ich mir eingestehen will.

Nachdem ich heute recht lange ausgeruht habe, ging es mir wieder besser. Zur Ruhe zu kommen ist viel wichtiger als ich das bisher eingeschätzt habe. Ich habe das einfach nach Alltags-Manier als Schwäche abgetan. Ich war froh, überhaupt zur Ruhe kommen zu können, weil im Kopf relative Ruhe herrschte.

Die Stufenfolge ist bei mir ganz deutlich: Verwirrung/rotierender Verstand – darunter: Blockaden von Gefühl und Eigenantrieb durch den Verstand – darunter: ich selbst. Das Thema Verstand im Wiki zielt darauf ab, sofort durchzukommen und von mir selbst auszugehen, statt mich ewig mit den oberen Schichten aufzuhalten. Jetzt fällt mir auf, daß das auch mit dem Schaubild übereinstimmt.

Diese Dinge begleiteten mich heute unter tags. Trotz der Schwäche, Angst und Unsicherheit spüre ich jetzt nach der Erholung auch wieder eine tiefere Übereinstimmung mit der Arbeit, die ich nicht erklären kann. Dieses Bißchen Liebe in mir ist aber noch ziemlich eingesperrt in unzählige festgefahrene Ansichten, die ich nur vage erahne.

Erleichterung

Auf gestern habe ich sehr schlecht geschlafen. Ich wachte auf und fühlte mich gerädert und so als hätte der Verstand die ganze Nacht lang rotiert. Ich schreibe das, weil das heute ganz anders war. Ich hatte in der Nacht einen sehr farbenfrohen, detailreichen Traum.

F. (der Autor des Nicht-Blogs) klingelt unerwartet an meiner Tür. Ich bin sehr überrascht, freue mich über den Besuch und bitte ihn herein. Eigenartigerweise kenne ich die Wohnung nicht, obwohl es meine ist. Aber ich bin hier nicht richtig zu Hause. Ich merke, wie kurz ein unangenehmes Gefühl hochkommt, so „nackt“ zu sein und mein Innerstes herzuzeigen, denn ich weiß nicht, was hier noch alles wartet, obwohl alles recht ordentlich erscheint. Ich erkenne das unangenehme Gefühl und weiß, daß es um einen unsinnigen Widerstand gegen Aufrichtigkeit geht, deswegen lasse ich es einfach passieren. Was will ich denn verstecken, vor allem jemand gegenüber, der sich mit Selbsterkenntnis auskennt. In seiner Gegenwart fühle ich mich ruhig und klar. Ich weiß nicht, was er denkt. Er sieht mit offenen, wachen, ruhigen Augen flüchtig über alles, nimmt aber merklich sehr tief auf. Er hört offensichtlich sehr gut hin, wenn ich etwas sage, aber ohne die geringste Anstrengung, er ist einfach still und nimmt es genauso tief in sich auf. In seiner Gegenwart fühle ich mich beruhigt und erleichtert. Nach einer Weile verabschiedet er sich und geht wieder. Was ich zur Verabschiedung gesagt habe, kommt mir direkt danach ziemlich unreif vor.

Dann ein Sprung. Jetzt sind wir in seiner Heimatstadt und er führt mich herum, es kann sein, daß noch jemand dabei ist, vielleicht D. Ich bin zum ersten Mal dort. Ich bin überrascht, daß die Architektur vieler Gebäude, vor allem Banken, an Sao Paulo erinnern. In einer Bäckerei kaufen wir Frühstück. Die Verkäuferin ist sehr offen, fröhlich und warmherzig, genauso wie andere Menschen in der Stadt. Ich fühle mich dort sehr gut und denke wehmütig an die düstere Stimmung in Deutschland und daran, wie ich in der genau gleichen Stimmung dort lebe und beitrage

Dann kommen wir an seinem Haus an und er zeigt eher beiläufig, wo er wohnt und wie er lebt. Seine Wohnung liegt in einem eingeschossigen Holzgebäude mit einer großen Glastür, die auf einen Innenhof führt. Das Gebäude hat Anklänge an ein japanisches Haus. Der Hof ist eigenartig gestaltet, sehr ruhig, mit vielen, großen Natursteinen am Boden, die teilweise mit dunklen Holzbalken durchsetzt sind. Dazwischen sind Wasserbecken eingelassen, die unter den Holzbalken hindurch miteinander verbunden sind. Am Kopfende vor einer Mauer befindet sich eine dunkle Statue, die von Pflanzen gerahmt wird. Mein erster Eindruck ist, das muß ein Buddha sein, aber als ich genauer hinsehe ist es eine Statue, die ich noch nie gesehen habe und keiner Kultur zuordnen kann. Der Hof hat eine weiche, feuchte, fast tropische Ausstrahlung. Ich kann ihn ebenfalls keinem Stil zuordnen. Auf den Innenhof führen noch andere Gebäude, unter anderem ein Wohnheim. Es ist eine Art Universität oder Schule, in der spürbar viele Menschen forschen und zusammenarbeiten. Es geht um Selbsterkenntnis, aber auch um viele andere Themen wie Politik, zwischenmenschliche Beziehungen und neue Arten von Technik. Es ist klar, als Student an dieser Schule bringt jeder soviel ein, wie er will, ohne Druck nur durch Interesse und Freude. F. arbeitet hier auch, aber irgendwie scheint mir, daß er eine andere Position hat. Er könnte auch eine Art stiller Leiter sein, der sich nicht zu erkennen gibt – vor allem die privilegierte Wohnung erzeugt diesen Eindruck. Die Atmosphäre an dem Ort und der Kontakt mit F. tun mir sehr gut. Ich wünsche mir, auch so ruhig, bestimmt, produktiv und mit Rücksicht auf mich selbst leben zu können.

Nach dem Aufwachen war ich einfach nur unendlich erleichtert, obwohl mir nicht sofort klar war, wieso. Es geht darum, daß ich versuche, etwas zu produzieren, zu tun, mit dem Kopf zu verstehen oder sogar vorzutäuschen. Ich führe mich auf wie ein Verrückter, statt einfach einmal still zu sein. Den ganzen Tag über hielt diese Erleichterung an.

F. ist in dem Traum mein Lehrer, bzw. ich selbst. Ihm gegenüber fällt mein aufgebauschtes, unselbständiges Verhalten und Problemeproduzieren zusammen. Einem etwa Gleichaltrigen gegenüber lasse ich mich nicht so gehen. Dagegen bade ich in der Schule richtig in meiner Unselbständigkeit und Unreife, statt etwas für mich zu klären.

Heute erlebte ich durch die allgemeine Erleichterung sogar wieder ein paar tiefempfundene Momente. In solchen Momenten ist der Verstand ruhig und es gibt nur Erleben. Dann fühlt es sich an, als atme ich bis in den Bauch hinunter und als würde eine Last von mir fallen.

Simulation von Selbsterkenntnis und Schulteilnahme

Morgens hatte ich in der Aufwachphase einen Traum. Ich höre sehr deutlich GLs Stimme. Er spricht ruhig und bestimmt, nicht fordernd und nicht bestimmend, sondern ganz direkt und klar. Er fragt mich, wolltest Du Dir nicht einen Fuhrpark anlegen, bzw. Dir Maschinen und Werkzeuge besorgen und aus alten neue mache? Erinnerst Du Dich nicht, wie Du an einem Winterabend zuhause saßt und weintest vor Erleichterung. Wo ist diese Kraft?

Der Traum sagt, ich tue nichts. Das hat zwei Bedeutungen. Ich tue nichts konkretes Eigenständiges in meinem Leben. Aber auch in Bezug auf Selbsterkenntnis sammle und benutze ich keine Werkzeuge (Verständnis). Der besagte Winterabend war der zweite Tag, an dem ich in der Gärtnerei gearbeitet hatte und mich unendlich erleichtert fühle. Dabei spürte ich etwas wie Selbstbestimmung und die Möglichkeit von selbstgeschaffenen Abhängigkeiten und Drecklöchern wegzukommen und zufriedenund mir gemäß zu leben.

Heute fuhr ich eine Pflanzenlieferung in einige Entfernung aus. Das (beschämende aber hilfreich klärende) Erlebnis mit dem Schreiben gestern und dann das Nachlesen bei GL wirkte noch deutlich nach. Ich hatte erlebt, wie ich mich auf andere beziehe, wie ich mich aus Kritik von anderen selbst definiere – das ist eine Nicht-Position, genau die Haltung von Intellektuellen; und ich hatte gemeint, das zu durschauen und sogar etwas anderes zu tun.
All das, was bei GL zwischen den Zeilen mitschwingt, die Freude am Entdecken und Selbermachen, diese direkte Menschlichkeit, zeigte mir etwas bei mir selbst. In dem Licht wurde ich immer trauriger. Ich fühlte meine Blockaden, meine Härte und Verbohrtheit, meine Beschränkung. Ich fühlte mich nur noch beschränkt und dumm, ohne Beschimpfung, einfach als Tatsache. Ich hocke nur herum und versuche mir anhand von Hinweisen und Gelesenem Tricks und Verhaltensweisen aufzubauen. Ich verstehe die Dinge nicht selbst, sondern erzeuge Konstrukte. Ich simuliere. Ich tat gar nichts, sondern ließ mich das einfach fühlen. Vielleicht habe ich das noch nie gespürt. Es ist sogar hilfreich, die eigenen Grenzen und die eigene Dummheit zu bemerken. Bis jetzt habe ich das nie gesehen, es kommt gar nicht in den Blick. Ich weiß zwar, daß ich im Grunde keine Ahnung habe, aber es gibt doch immer viel zu viele Stellen, an denen ich mir schlauer vorkomme als andere. Nur wenn ich damit in Berührung komme, was ich selbst zustande bringe – so gut wie nichts – dann bricht das alles in sich ein.

Ich saß da und wurde immer trauriger. Aber selbst das war nur ein Manöver. Sollte ich mich jetzt bemitleiden? Das ist genauso wieder Zurücksinken. Ich schaute also einfach hin und ließ das Selbstmitleid auch verklingen. Es blieb nichts davon übrig. Danach war alles einfach still. Was soll ich machen, wenn dann kein Antrieb zu irgendetwas da ist, keine Positivität, sondern einfach nichts. Dann bin ich also ein nichtssagender Mensch.

Nach einiger Zeit spürte ich, daß sich etwas löste.
Das merkte ich daran, daß plötzlich ganz normale Gefühle aus der Gelöstheit auftauchten, vor allem die Möglichkeit, mich zu freuen, als wäre das lange verschüttet gewesen.
Ich bin nicht diese gehetzte, fahrige Masse eingesperrt in zig Blockaden und Kritiken, Negativität und Ablehnungen aus vermeintlichem Besserwissen. Ich habe eine sehr rigide, mäkelnde Hülle aufgebaut und gebe vor, das sei irgendwie gereift. Das ist alles nur angelernt.
Wozu eigentlich? Damit ich in der Schule gut dastehe. Statt etwas selbst zu verstehen und mich darum zu bemühen habe ich nur weitere Persönlichkeitskonstrukte aufgebaut. Genau das tue ich als Ersatz dafür hinzuschauen. Ich simuliere. Also muß das jetzt heraus und gelöst werden, und dann kann es hoffentlich sinnvoll weitergehen.

Traum vom Kampf im Glashaus

Nach einem Rundgang durch eine schöne Stadt mit fremden Menschen komme ich an ein Haus, das ganz aus Glas gebaut ist. Es wirkt schmal und hoch, mit einem kleinen quadratischen Grundriß, mehreren Stockwerken und einem Giebeldach, das auch aus Glas ist. Es wird schon dunkel und die angenehme Innenbeleuchtung mit Kerzen strahlt nach außen und läßt große Bäume und Büsche erkennen, die um das ganze Haus herum stehen. Es herrscht eine angenehme Atmosphäre.

Als ich im obersten Stockwerk ankomme, sind meine Eltern, meine Schwester und D. schon dort. Wir sitzen um einen Tisch beim Essen. Im Gespräch kommt es zu Differenzen, die meine Mutter mir wieder als Boshaftigkeit auslegt. Es herrscht gegenseitiges Mißtrauen. Das Licht fällt aus und beim Hintergrundlicht der Stadt sind nur noch Schatten zu erkennen. Ich erkenne, daß meine Mutter sich ein scharfes Messer holt. Sie hat Angst vor mir. Ich stehe auf und hole aus meinem Rucksack ebenfalls ein Messer, das ich immer dabeihabe. Ich tue das aus Notwendigkeit, weil ich mich bedroht fühle.
Ich ziehe mich in eine Ecke des Raumes zurück und spreche mit meiner Mutter. Ihre ablehnende Haltung im Gespräch beruht auf Angst. Auch jetzt hat sie viel Angst vor mir, kommt aber auf mich zu. Ich weiß, daß sie mich angreifen wird. Ich spreche mit ihr, aber was gesprochen wird ist völlig nutzlos und vordergründig. Ich weiß nur, daß ich jetzt nichts mehr tun kann und alles weitere geschehen lassen muß. Ich denke an das Hagakure. Ich hadere, ob ich sie angreifen soll, oder ob es mir gelingt, sie ohne Verletzung zu überwältigen. Erst als sie mich angreift und verletzt, wehre ich mich. Ich verstehe dabei in einem Moment, daß alle Kriege auf solchen menschlichen Dummheiten und Beschränktheiten beruhen. Aus Angst wird getötet.


Das Glashaus bin ich selbst. Ganz oben – im Kopf – finden die inneren „Kämpfe“ statt. Meine Mutter steht für meine Angst. Von ihr werde ich angegriffen und verletzt bzw. getötet. Erst als die Angst unerträglich wird und schon dabei ist, mich zu töten, breche ich aus der defensiven Haltung aus. Wir sterben aber beide. Aus Rücksicht auf sie, habe ich zu lange gezögert. „Ich kann meine Mutter doch nicht grundlos mit einem Messer angreifen“. Es geht um Angst und die Identifizierung mit ihr. Handeln kann ich nur, wenn ich mich, den Bedenkenträger, als erstes angreife, statt passiv zu warten, bis die Umstände mich zwingen.

Träume von Nachlässigkeit

Die zwei Träume hatte ich in den letzten beiden Nächten. Zuerst fand ich den ersten Traum nichtssagend, aber ich schreibe ihn heute auf wegen des ähnlichen Inhalts.

Ich sitze in der Abschlußprüfung für Gärtner. Die erste Frage ist ganz einfach. Die zweite fragt nach den minimalen Unterscheidungsmerkmalen zweier Pflanzen, die vor mir stehen. Ich weiß, daß es zwei abgeschnittene Iris sind, aber ich kenne die Sorten mit roten Blättern nicht. Der weiße Rand an den Blättern der einen sagt mir dunkel etwas, aber ich komme nicht darauf. Jetzt bereue ich es, daß ich nicht damals aufgepaßt und gearbeitet habe als die Zeit dazu war.

Beim Sommerkonzert des Musikvereins werde ich diesmal auch einen Soloauftritt spielen. Ich sitze im Konzert und mein Auftritt kommt näher. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich geübt habe – ich weiß nicht einmal, wie ich in die Situation gekommen bin. Wie soll ich das nur machen? Ich gehe raus und versuche, ob ich die Stücke spielen kann. Ich bin aber total unruhig, weil ich nicht weiß, wann ich wieder zurückkommen muß. Dann bin ich an der Reihe und gehe auf die Bühne. Bis jetzt habe ich mir gesagt, daß ich nicht einfach weglaufen werde. Gerade als es losgehen soll, merke ich, daß es mir viel zu unangenehm ist, die Folgen meiner Ahnungslosigkeit hinzunehmen. Einen kurzen Moment lang weiß ich, daß es ein Traum ist und daß ich ihn nicht weiterträumen will, weil ich mich sehr schäme. Dann wache ich auf.

Beide Male geht es darum, daß ich mich nicht vorbereitet habe als die Zeit dazu war. Zu dem Zeitpunkt als es darauf ankommt ist deswegen nichts vorhanden.

Ich erkenne klar einen Hinweis darauf, daß ich nichts tue, sondern mich treiben lasse. Das betrifft die Schule.

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