Ein Traum vor kurzem:
Ich bekomme einen ausführlichen Kommentar im Blog, der mich beschimpft und auseinandernimmt, wie stümperhaft, selbstzerstörerisch und dumm ich mit mir umgehe. An vielen Punkten hat der Kommentator recht, aber die Form ist unpassend und nicht hilfreich. Noch während ich den Kommentar lese, kommt ein weiterer Kommentar von F. Er spricht den ersten Kommentator an, verteidigt mich teilweise, führt stringente Argumentationen gegen den ersten Kommentator, u.a. daß Kommentare nur hilfreich sind, wenn sie auf gekonnte Art Verständnis im Empfänger erzeugen, statt ihn zu demütigen oder zu schulmeistern.
Meine Reaktionen: Einen kurzen Moment bin ich froh, von einer „stärkeren Kraft“ in Schutz genommen zu werden. Dann schäme ich mich für diese Reaktion, denn ich erkenne, daß ich nur immer genau auf so eine äußere Hilfestellung und Schutz warte. Ich bin innerlich noch in der Position eines Kindes, das auf Eltern wartet. Dann ärgere ich mich, daß F. als Helfender und Lehrer auftritt, obwohl er sich sonst so abgekapselt darstellt, genauso wie der Kommentator. Mein Tagebuch dient nur als Plattform für eine Auseinandersetzung über die beste Art und Weise der spirituellen Unterweisung. Im Grunde ist das gut und wertvoll, aber es paßt hier irgendwie nicht. Die eigentliche Umgebung dafür fehlt.
Der Kommentator zeigt das, was ich aus Hinweisen und Rückmeldungen von der Schule mache. Ich filtere sie durch den Verstand und hacke dann auf mir herum. Ich tue das als Ersatz für echte Selbsterkenntnis, was einfach nur Hinsehen ist. F. steht z.T. für das Verständnis und das Wissen um diesen Zusammenhang bei mir.
—
Durch ein Gespräch mit D. gestern sind mir mehrere Dinge klargeworden.
An einem Punkt bezüglich einer Situation in der Arbeit, ging es darum, wie ich meine Gefühle verleugne. Es kam dabei heraus, schon bei meiner Antwort an sie, wie ich sofort den Verstand vorschicke um zu versuchen etwas vorwegzunehmen, bzw. mich gar nicht erst ganz auf etwas einzulassen.
Die Reaktion von mir war erschreckend automatisch und D. reagierte sehr entschieden darauf. Ich war nachher dankbar, diesen blinden Fleck gezeigt bekommen zu haben. Mir ist das immer noch viel zu wenig klar, wie schnell ich abstrahiere, analysiere und verkopfe. Ich weiß nicht genau, wieso ich das so krampfhaft tue. Ich nehme an, es ist eine Angewohnheit, die auf Angst aufbaut. Ich versuche alles mögliche vorwegzunehmen, nur um keine Angst und direktes Leben zu erleben.
Dann kam für mich noch heraus, daß ich Rückmeldungen in der Schule blockiere, bzw. krampfhafte Anstrengungen unternehme, um ein anderes Bild zu erzeugen und den eigentlichen Punkt zu vertuschen. Statt meine inneren Zwangsvorstellungen zu entlarven, zementiere ich sie sogar. Auf Hinweise verhärte ich noch mehr. Leider ist es völlig automatisch und dumm, so auf bewußtes, menschliches, gut gemeintes Feedback zu reagieren, gerade wenn es niederschmetternd oder erschreckend für mich ist.
Es gibt aber noch etwas anderes in mir, daß atmet und herauskommen will, wenn ich Freiheit und Offenheit in anderen Tagebüchern spüre. Ich bin nicht zu 100% verkopft. Wie komme ich also aus dem Verstand heraus? Ich kann das Berechnende und Abstrakte sofort fallenlassen, wenn es mir auffällt und an was es sich festmacht. Wichtig ist für mich, daß ich weiß, daß die Berechnung zu meinem Vorteil auf die Vermeidung von Angst aufbaut, auf Rückzug und Abschottung. Ich meine, das reicht schon.
—-
Momentan zehrt die körperliche Arbeit sehr an mir, besonders die Hitze. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das auf längere Sicht schaffe. Ich bin offensichtlich um einiges schwächer, als ich mir eingestehen will.
Nachdem ich heute recht lange ausgeruht habe, ging es mir wieder besser. Zur Ruhe zu kommen ist viel wichtiger als ich das bisher eingeschätzt habe. Ich habe das einfach nach Alltags-Manier als Schwäche abgetan. Ich war froh, überhaupt zur Ruhe kommen zu können, weil im Kopf relative Ruhe herrschte.
Die Stufenfolge ist bei mir ganz deutlich: Verwirrung/rotierender Verstand – darunter: Blockaden von Gefühl und Eigenantrieb durch den Verstand – darunter: ich selbst. Das Thema Verstand im Wiki zielt darauf ab, sofort durchzukommen und von mir selbst auszugehen, statt mich ewig mit den oberen Schichten aufzuhalten. Jetzt fällt mir auf, daß das auch mit dem Schaubild übereinstimmt.
Diese Dinge begleiteten mich heute unter tags. Trotz der Schwäche, Angst und Unsicherheit spüre ich jetzt nach der Erholung auch wieder eine tiefere Übereinstimmung mit der Arbeit, die ich nicht erklären kann. Dieses Bißchen Liebe in mir ist aber noch ziemlich eingesperrt in unzählige festgefahrene Ansichten, die ich nur vage erahne.
Neueste Kommentare