Archiv der Kategorie 'Träume'

Traum von Außenorientierung

Die beiden letzten Nächte habe ich schlecht geschlafen. Heute hatte ich einen eigenartigen, verschwommenen Traum, der aber trotzdem eine recht klares Gefühl wie eine Botschaft hinterließ. Er erklärte etwas über meinen Vater wie an einem Beispiel für mich selbst: er hatte sich immer andere, außenliegende Ziele gesucht, um etwas aufgestautes abzuarbeiten und zu unterdrücken, um nicht das Heiligste, die Familie bzw. mich anzutasten oder in Konfrontation damit zu kommen. Diese Fremdorientierung ging so weit, daß es zu diesen paar Momenten kam, in denen er zusammenbrach unter dem Druck. Der Traum lieferte in Bildern eine ganz einfache und deutliche Erklärung. Das ist aber eigentlich nur interessant in Hinsicht auf mich selbst und meine eigene Außenorientierung und was ich da übernommen habe. Auch wenn ich mich schon damit befaßt habe, kommt da noch immer etwas heraus. Innerlich passiert das alles von selbst nur sehr langsam.

Traum vom Mondabsturz

Ein sehr lebhafter und detaillierter Traum:

Ich bin in einem recht großen Gelände, eine Art Schule. Der Mond fällt mir auf, denn er ist ungewöhnlich groß. Mit der Zeit wird er sogar noch größer und ich bewundere die Details. Sogar die Berge und Schluchten kann ich gut erkennen. Doch plötzlich fällt mir auf, daß er nicht einfach nur vergrößert wirkt, sondern daß er tatsächlich näher kommt, und ich bekomme einen Riesenschreck, daß ich das jetzt erst kapiere. Alles wird untergehen. Ich fange an zu laufen und suche einen sicheren Ort. Blitzschnell gehe ich alles durch, was mir einfällt, ohne eine Möglichkeit zu finden. Das Ausmaß wird mir immer mehr klar. Selbst wenn das Unglück zu überleben ist, gibt es keine Chance. Mit der zusätzlichen Masse wird die Erde weit weg von der Sonne kreisen. Es wird eine Eiszeit geben und nichts wird mehr wachsen. Ich denke an tiefe Schürfgruben mit Erdwärme. Aber ohne Pflanzen werden auch alle möglichen gesammelten Vorräte irgendwann zur Neige gehen. Es ist alles völlig aussichtslos.

Und das Schlimmste, niemand versteht das oder scheint sich darum zu kümmern. Doch jetzt wird der Mond gleich auftreffen, der sich trotzdem eigenartig lansam nähert. Er ist jetzt riesig und bedeckt fast den ganzen Himmel. Irgendwo südlich trifft er auf. Ich vermute irgendwo nahe bei Spanien. Ich versuche, einen höhergelegenen Ort zu erreichen, damit ich nicht unter irgendetwas begraben werde. Nach einer großen, langen Erschütterung ist viel zerstört. Aber doch viel weniger als angenommen. Später wird im Radio berichtet, daß wohl die Alpen wie eine Knautschzone viel aufgefangen haben und sich dabei noch einmal sehr gestaucht und erhöht haben.

Ich bin fassungslos, daß die Leute schon wieder mit dem Üblichen weitermachen. Ein paar plündern Supermärkte, aber viele beschäftigen sich einfach mit irgendetwas, als hätten sie Urlaub. Die meiste Infrastruktur und viele große Gebäude sind kaputt und alle sind froh, daß sie deswegen nicht in die Arbeit müssen.

Trotzdem ist es mir sehr unbehaglich. Ohne den Mond gibt es keinen Pulsschlag mehr auf der Erde, keine Gezeiten, keinen Wind. Die Meere werden vielleicht umkippen mangels Umwälzung und Sauerstoff, und wahrscheinlich hat es auch auf alle Lebewesen einen direkten Einfluß. Doch das ist alles unwichtig. Vielleicht driftet die Erde auch ganz aus der Umlaufbahn und verliert sich irgendwo in der kalten Unendlichkeit.

Die größte Angst bekam ich bei dem Anblick des riesigen Mondes. Er wirkte wie ein unvorstellbar großes Gesicht, das mich aus nächster Nähe ansah, was mir schlagartig klarwurde. Diese Nähe war so erschreckend. Ich habe den Mond immer vergessen, ihn nie wirklich beachtet, solange er noch weit weg oben am Himmel stand.
Den ganzen Traum über laufe ich herum wie eine hilflose Ameise. Alle Vorgänge um mich herum sind riesig und unkontrollierbar. Ich bin völlig unwichtig, aber warum muß ich mir darüber dann auch noch so klarsein?

Der Mond steht für mich selbst (für die Empfindung des Selbst). Vielleicht gerade auch wegen dem Lunartyp. Er war immer da, aber ich habe ihn nicht bemerkt und nicht weiter beachtet. Diese unglaubliche Nähe und Unmittelbarkeit bringe ich damit in Verbindung. Sie macht mir Angst. Diese Angst ist also Angst vor mir selbst.

Verlieren

Eine Traurigkeit kommt auf, wenn ich versuche, der Unsicherheit nachzugehen. Auch kommt wieder das Gefühl, anzuhalten und als würde sich mein Brustkorb zusammenziehen. Feinheit im Gefühl und Ängstlichkeit gehen bei mir immer einher. Ich habe noch gar nicht herausgefunden, ob auch etwas anderes möglich ist. Oft kommt es mir so vor, als wäre das bei anderen möglich, vor allem im Selbsterkenntnisumfeld.

Ein Traum heute Nacht sagte mir, daß das nur eine Vorstellung ist. Ich sträube mich davor, tiefer in diese Traurigkeit hineinzufallen. Ich träumte von einem Besuch mit GL zuhause bei seinen Eltern. Zusammen mit D. unterhielt ich mich mit ihnen und fand sie ganz angenehme Leute. Aber GL fehlte die ganze Zeit. Ich traf ihn draußen vor der Tür. Er weinte bitterlich. Ich war verunsichert, was ich tun sollte und versuchte, ihn zu trösten. Doch ich wußte, jede Regung von mir ist nur ein Lüge und ein Kaschieren. Es war mir peinlich, denn ich wußte, ich hatte etliche Falschheiten begangen und die übliche Freundlichkeit gespielt, während er nur noch an all der Verlogenheit litt, die ich nicht sehen konnte. Ich wußte, er ist der empfindsamste Mensch, den ich kenne und dadurch fühlte ich mich selbst fürchterlich hart.
Der Geschmack, den dieser Traum hinterlassen hat, sagt mir, daß ich die Traurigkeit ebenso wie die Ängstlichkeit und Peinlichkeit meide - alles, was ich als schwach aburteile.

Ich traf D. auf dem Markt zusammen mit einem Besucher, der schon vor Jahren seit Beginn soetwas wie ein Nebenbuhler war. Sie traf ihn damals, während wir getrennt waren. Damit hatte ich keine Probleme - ich war mir zu sicher über unsere Verbindung, als daß ich meinte, jemand anderer könnte da etwas gefährden. Da lag mir Ablehnung fern. Noch dazu fand ich es lächerlich, daß sie mich quasi um Erlaubnis bitte, wen sie treffen dürfe.

Aber ihn jetzt persönlich zu treffen, war etwas ganz anderes. Ich war sehr verstört, so unerwartet vorgestellt zu werden. Tausend Gefühle würgten mir die Sprache ab. Es war sofort auch Eifersucht dabei. Aber das vorherrschende Gefühl war Verwirrung und Traurigkeit. Sofort zeigte sich am allerstärksten eine Sache: Ich habe dem nichts entgegenzusetzen, was ich mir vorher noch eingebildet hatte. Ich fühlte mich völlig geschlagen und ausgeliefert. Ich weiß, daß ich nur verlieren kann gegen alle anderen solchen Männer. Ich bin niemand, der vorgeben kann, alles unter Kontrolle zu haben, ich kann keine “Kraft vermitteln”. Ich kann mich nicht aufschwingen zu einem dieser erstrebenswerten Jobs und entsprechend Geld verdienen, weil ich da eingehen würde. Ich habe all diese Stärke und Coolness nicht. Ich fühlte mich wie der letzte Verlierer.
Sie hält sich ihre Bekanntschaften warm, bis sie wieder zurückkehrt - so kam mir das vor. Ich war sehr traurig, und gleichzeitig war da ein eigenartiges, verdrehtes Triumphgefühl, das mir sagte: Genau das wolltest Du doch immer. Als Opfer dastehen, damit Du eine Rechtfertigung hast, um Dich zurückzuziehen! Ich blicke da jetzt überhaupt nicht durch. Es stimmt beides: Ich bin schwach, will das nicht anerkennen und gleichzeitig suhle ich mich doch selbstmitleidig darin. Und nicht nur hier.

Verkanntes Genie

Das brachte eine verschwommene Phase zwischen Traum, Halbschlaf und Aufwachen aus der Dunkelheit mit.
Ich hatte einen undeutlichen Traum, in dem ich mit GL telefonierte und er mir sagte, daß ich schon den ganzen Juni nur in einer Art Plastikwelt lebe. Es klingelte an der Tür und ich entschuldigte mich, um zu öffnen. Aber statt den Hörer neben das Telefon zu legen, legte ich aus Versehen auf. Das war mir sehr peinlich, denn es war pure Verwirrung und das auch noch genau dann, wenn ich mich wenigstens ein bißchen zusammennehmen könnte.
Dann wachte ich auf mit dem genannten Begriff. Ich verstand, daß es da noch präziser um mein Selbstbild geht. Es ist noch ein anderer Aspekt als die Heiligengeschichte. Es geht um eine diffuse Vorstellung, daß nur jetzt etwas ungeklärt ist, ich nur jetzt Probleme habe, nur jetzt schwach und ängstlich bin, und vor allem, daß sich das irgendwann ändert und ich dann endlich zu meinem wohlverdienten, ausgefüllten Leben komme, mit einem Haufen von Erfüllungen, die alle völlig einfach und problemlos ablaufen.
Daß das natürlich nicht so ist und ich nur in meinem stinknormalen Alltag bin, baut eine Ablehnung auf, die mir dann als Problem erscheinen läßt, was einfach jetzt nur da ist. Denn das reicht dann nämlich nicht. Also muß ich herumbasteln und mich ändern und verbessern und noch unendlich mehr Streß veranstalten.

Wieso sollte ich das nicht einmal umdrehen und diese unnütze Perspektive loslassen? Wenn ich es genauer ansehe, dann ist mein Leben eben eine ungeordnete, unsichere Sache, Angst und Unsicherheit treten häufig auf, ebenso wie Unklarheit und Ärger neben kurzen Abschnitten mit angenehmen Erfahrungen. Die Gedanken machen, was sie wollen und traktieren mich schon vor dem Frühstück, daß ich schon wieder in eine Verkrampfung hineinlaufe. Wieso sollte sich daran etwas ändern? Wieso sollte ich einen Anspruch darauf haben? Wenn ich das als gegeben hinnehme, stellt sich nur die Frage, wie ich mit dieser “Behinderung” umgehe, eben nicht der Verstand und in der Position der Kontrolle zu sein. Ich muß nur Rücksicht nehmen auf meine Funktionsweise, mehr nicht.

Traum vom Lunartyp

Ich treffe GL im Traum und frage ihn nach dem Stand des Lunartyps in der Welt. Wenn ich meine Unsicherheit fühle, hat das fast immer mit dem Körper zu tun. Dann sagt mir alles, ich gehöre nicht dazu. Ich komme mir vor wie ein Tier einer anderen Rasse, das als Fremdling gemieden wird. Das hat vor allem mit dem Kontakt zu Frauen zu tun. Aber auch sonst fühle ich mich häufig nicht ernstgenommen.
Er lächelt mich mit großer Sanftheit an, dann beginnt er sich zu verwandeln. Glänzende silbrig-graue Haare wachsen aus seinem Kopf. Er dreht sich vor mir, hat plötzlich einen edlen Anzug an und scheint größer zu werden. Es erinnert mich an einen Zeitraffer einer aufblühenden Blume. Der Traum endet in einem weiten Gefühl von Liebe. Er hat nichts gesagt, die Antwort war ein Bild.

Zurück blieb ein Gefühl, das mich über mich selbst wundern läßt, wieso überhaupt Zweifel aufgekommen sind. Wieso stelle ich mich in Frage aufgrund von Äußerlichkeiten? Wenigstens hier kann ich nicht versuchen, etwas zu verändern und damit wieder zu flüchten.
Das Thema hat gleichzeitig mit vielen Dingen zu tun. Seit der Jugend komme ich immer an Punkte, wo ich ich mich für meinen Körper schäme. Ich habe andere Proportionen als andere, und alle Bezugnahmen darauf empfand ich immer sehr schmerzlich. Ich vermeide dann schon von vorneherein Situationen, wo sich diese Unsicherheit zeigen könnte. Gleichzeitig blieb da häufig ein nagendes Gefühl, etwas zu verpassen, ausgeschlossen zu sein und auch das Wissen, selbst die Verantwortung dafür zu tragen.

Alle meine Versuche mit Tanzen und auch die sportlichen Anstrengungen, die ich immer gesucht habe, waren ein mehr oder minder bewußtes Bemühen um Offenheit und Lösung dieser beiden Punkte: Unsicherheit und Verwirrung. Beide sind immer kleiner, nachdem ich in einen Fluß gekommen bin und die gepanzerten Versteifungen weggefallen sind.
Solche äußeren Handlungen lösen etwas, aber nur zeitweise und nur bis zu einem gewissen Punkt. Ich muß es an der Wurzel ansehen und da ist es Selbstverleugnung. Ich will nicht sein, was und wo ich bin, und diese Krankheit wuchert in meinem Kopf. Diesen absurden Vorgang muß ich erstmal genauer beleuchten für mich, denn es hängt sehr viel daran. Was sollte ich denn sonst sein, wo sollte ich sonst hingehen? Hier merke ich einmal sehr genau, wie ich im Verstand lebe, der sinnlos Probleme macht. Es gibt gar kein echtes Problem, es ist nur in meinem Kopf. Aber trotzdem habe ich da einen Haufen Barrieren, die für mich sehr echt sind. Es sind vorauseilende Schutzmaßnahmen. Auf den echten Zusammenstoß mit der Wirklichkeit lasse ich es dann nicht mehr ankommen (entsprechend einem früheren Hinweis, beim Schwimmen wird man eben naß).

Über meine Nachfrage im Forum ärgerte ich mich heute plötzlich. Unterschwellig habe ich schon wieder Unsicherheit ausgedrückt, sogar über meine eigene Unsicherheit. Es dreht sich im Kreis, wohl ein sicheres Zeichen für einen Verstandesmechanismus. Dieser Trotz dagegen ist vielleicht die Kraft, etwas auszugleichen. Es ist dumm, der Unsicherheit zu glauben, aber auch falsch, zu meinen, ich könnte daran etwas ändern oder es würde irgendwann verschwinden.

Ich kann mich nur an die Punkte halten, die sicher sind, d.h. das, was echt ist und wirklich existiert. Und wenn da die Unsicherheit gerade akut ist, dann muß ich mir das noch besser anschauen. Alle Vorstellungen, ich müßte oder wollte anders sein oder mich verändern sind reine Selbstqualen. Wahrscheinlich ist ein Mechanismus bei mir dann, das in den Kopf abzuleiten.

Ich kann das auch einfach sein lassen, und statt dessen offener diese vermiedene vermeintliche Qual ausloten; bzw. dem keinen Glauben mehr schenken und schauen, was dann passiert.
Eigentlich will ich ja einfach nur sein. Das was ich bin.

Traum vom Gespräch mit GL

Ich sitze mit GL an einem Tisch am Rand des Hofgartens. Wir sind in einem intensiven Gespräch, in dem er mir sehr gewandt begegnet. Ich erinnere mich hauptsächlich an den Eindruck des schnellen Wechsels zwischen eindringlicher Frage, freundlich-spöttischem Lachen über meine unbeholfenen Antworten und dann wieder plötzlicher eisiger Ernsthaftigkeit. Ich komme überhaupt nicht mit und werde richtig vorgeführt. Hart aber mit Achtung, wie ein Kampfsportlehrer mit einem Schüler umgeht. Er begegnet mir in meiner Lage und in meiner Geschwindigkeit, aber immer einen Tick voraus. Er hat die Kontrolle, ich bin hilflos. Bei mir erinnere ich mich daran, daß das, was ich als Härte empfinde, eigentlich Kraft ist, um mir zu helfen. Trotzdem finde ich es sehr schwer.
Deutlich erinnere ich mich nur an eine Frage, ob ich wirklich immer noch glaube, ich sei dieser Charakter; oder als was ich mich denn noch alles definieren wolle. Immer dieses ekelhafte intellektuelle Getue, und wahrscheinlich würde ich mich doch nur für Ficken interessieren, ist es nicht so? - Nein, oder ja, ich weiß gar nichts (oder weiche aus, pocht es in mir). Ich fühle mich hilflos, mein Blick zerfließt ins Leere und alles verschwimmt. Ich versuche ernsthaft nachzuforschen, aber mit Grausen vor dieser offenen Sinnlosigkeit, die mich überkommt. Ich weiß nicht, was ich bin. Die Situation flackert, mir ist auf einmal nicht mehr klar, wieso er mir diese Fragen stellt. Vielleicht war es auch andersherum, und ich habe sie umgekehrt formuliert an ihn gestellt. Es ist auch egal. Da stehen einfach diese unbeantworteten Fragen herum.

Der Traum geht um die Frage ‘Wer bin ich?’ und den Gefühlen, die beim Nachforschen auftauchen. Als ich gestern im Buch von Maharshi las, habe ich keine Stelle gefunden, die mir klar wurde und die ich kommentieren konnte.
Ich bin mir immer unsicherer bei dieser Frage. Ich meine jetzt aber, besser zu verstehen, wie das funktioniert: Statt Antworten zu finden, lösen sich dagegen viele andere Zusammenhänge auf, die ich nicht bin. Es ist naiv, eine Antwort zu erwarten. Das wäre dann wieder etwas, das unbekannt und neu wäre und deswegen unwirklich, wie M. diesen Irrtum erklärt. Die Frage ist positiv formuliert und hat deswegen eine ganz andere Kraft als diese verneinende Meditation, um die sich einige Frager in dem Buch bemühen, um “Nicht dies, nicht das” zu erkennen. Die Suche mit der Frage ist an sich schon offen, und nicht, wie im anderen Fall, ein Vorgang, bei dem jemand etwas ausschließen und vernichten würde.

Angstträume und eigene Problemhaftigkeit

Ich hatte in letzter Zeit wieder mehr auf geordnete Schlafzeiten geachtet, aber diese Nacht war anders. Nach dem Aufwachen war ich immer noch müde von vielen zerfahrenen Träumen. Ich konnte mich nur an einzelne Bilder erinnere, die mir nichts sagten. Als ich nochmal einschlief, fiel ich in einen Schlaf mit Alpträumen. Dabei hatte ich ständig Todesangst und erlebte mehrmals ausweglose Situationen. Nach dem Aufwachen versuchte ich herauszufinden, was das zeigen würde. Dabei schlief ich nochmal ein und es wiederholte sich mit ähnlichen Träumen. Ich muß mich diesen Ängsten stellen, die hier nur so diffus in Verbindung mit Erinnerungen auftauchten. Das geht nur ganz direkt, wenn immer welche auftauchen.

Als ich dann endlich aufstand, fühlte ich mich immer noch zerschlagen. Das besserte sich dann aber schnell beim Laufen.

Die Antwort auf meinen internen Blogeintrag traf mich hart und trocken. Mir war vorher schon ein alter Hinweis an mich ständig durch den Kopf gegangen (”Kokettieren mit der eigenen Problemhaftigkeit”). Und genau damit hatte ich mich produziert und gemeint, ich würde hier etwas erkennen. Dabei trete ich nur meine ungelösten Dinge breit, die dort überhaupt nichts beitragen. Das kann ich vielleicht gerade noch hier machen in meinem eigenen Bereich. “Kreative Intelligenz für die eigenen vitalen Interessen”. Das habe ich völlig abgegeben, um ja nicht selbst verantwortlich sein zu müssen, wie ich mit meinem Leben klarkomme - wirklich peinlich.

Dieser Hinweis wirkte wie ein Schlag und holte mich sofort in die Wirklichkeit, wo ich leer dastand wie geohrfeigt. Ich ging dem noch weiter nach und dabei entdeckte ich erst, auf was für eine Kraft das in mir selbst verwies. Was zuerst wie ein Verweis aussah, war jetzt auf einmal das Gesündeste für mich.
Jetzt verstand ich auch besser, daß es hier immer um etwas Positives geht in der Zusammenarbeit (und immer schon gegangen ist), anstatt daß hier immer die schlimmsten und unangenehmsten Dinge gewälzt werden müßten. Es gibt da einen feinen Unterschied.
Es ist zwar so, daß diese Dinge explizit hochkommen dürfen, dann aber direkt gelöst werden unter der Zuhilfenahme von allen Mitteln (Gruppe, Lektüre, Eigeninitiative). Das muß dann in aller Klarheit und Tiefe passieren, sonst bewegt sich gar nichts und diese Dinge kommen später wieder und wieder (genau wie dieses Augenmerk bei mir hier). Für mich ist diese Geschichte jetzt eine gute Lehre in Bezug auf Selbstständigkeit, meine eigene Haltung und meinem Verständnis von der Ausrichtung der Schule, was mir zwischendrin wohl ziemlich abhanden gekommen ist.

Alpträume und eigene Unordnung

In der Nacht habe ich nur wenig geschlafen und wachte immer wieder schweißgebadet auf. Ich hatte viele Alpträume, immer wieder mußte ich mich verteidigen und saß in der Falle gegen übermächtige Gegner, die sich aber nicht zeigten und nur im Hintergrund lauerten. Bei einem Bild, das mehrmals auftauchte, mußte ich mich aber tatsächlich gegen einen großen, hässlichen Angreifer wehren, der mich offensichtlich sehr gut kannte und auch meine Regungen durchschaute. Durch Glück konnte ich ihn besiegen. Aber als er in einer Schlinge über einem Abgrund hing tat er mir wieder leid und ich ließ ihn nicht sterben. Dadurch kam er wieder herauf und ich hatte immer wieder mit ihm zu tun, obwohl er schon ganz ausgemergelt und zerfetzt war.

Ich bin nicht sicher, ob das etwas mit dem Telefonat mit GL zu tun hat. Ich habe keine Deutung für die Träume aber beim Aufwachen fielen mir sofort die wichtigen Punkte von gestern wieder ein, die für mich damit zu tun haben. Zu dem Bild des zerfetzten, herumwütenden Verrückten fiel mir gleich wieder ein, daß es viel einfacher ist, die Energie nach außen zu verschwenden. Ich weiß, wo das bei mir geschieht. Z.B. meine Schwäche, wieder meine Schlafzeiten zu verschlampen statt ruhig und beständig das zu behalten, was schon geklärt wurde. Ich weiß auch, daß das meine Verwirrtheit fördert.
Heute morgen fühlte ich mich trotz der unruhigen Nacht sehr klar und ruhig.

Träume

Ein großer Lärm am grauen Himmel. Ein Flugzeug rast über das Haus und liegt ganz schräg in der Luft. Es wird abstürzen. Der Teil eines Tragflügels ist abgerissen, es muß im dichten Nebel irgendwo angestoßen sein. Ich denke in Angst und mit Wut, wieso noch bei diesen Verhältnissen geflogen und nicht die Natur berücksichtigt wird. Dann kommt soetwas dabei heraus: eine genauer betrachtet verrückte Einrichtung - das Flugzeug - zerschellt an der anderen, dem Wolkenkratzer, wo der Flügel hängengeblieben ist, wie ich vermute. Dann merke ich, daß ich das erstaunlich kühl betrachte, so als wäre das alles logisch.

Ich bin auf einem Schiff eines reichen, selbstgefälligen Ehepaars. Der Mann fährt sehr schnell, um anzugeben, obwohl ich das nicht will. Schließlich übersieht er eine Untiefe, bei der Felsen direkt unter dem Wasserspiegel liegen und kann nicht mehr vorbeilenken. Das Schiff wird unten aufgerissen und geht schnell unter. Es ist jetzt auf einmal viel größer, ein kleines Kreuzschiff, und der Sog zieht mich mit in die Tiefe. Ich habe keine Angst, denn ich weiß, daß ich nur das Schiff unter mir in die Tiefe stürzen lassen muß, dann endet der Sog von selbst und ich kann ohne große Anstrengung auftauchen. Alle Schwimmbewegungen würden mich nur Luft und Kraft kosten. Doch es dauert immer länger bis ich mich endlich auf dem Weg nach oben befinde. Die Luft geht mir aus, ich werde immer schwächer. Ganz am Ende schaffe ich es noch mit letzter Kraft. Trotz der Gefahr hatte ich zu keiner Zeit Angst, worüber ich mich selbst wundere.
Dann gleich nochmal zurück zum Untergang des Schiffes - als hätte ich zuwenig gelitten und müßte noch ein paar schlimmere Bilder sehen. Diesmal ist D. dabei. Als das Schiff untergeht, versuche ich, sie mit aller Kraft möglichst weit vom Schiff wegzustoßen, damit sie nicht vom Sog erfaßt wird. Ich meine, daß ich besser damit umgehen kann. Doch als ich mich vom Sog lösen kann (wie vorher), bemerke ich, daß sie noch an einem Geländer am Schiff festhängt. Ich hatte gemeint, sie wäre schon viel weiter weg. Ich sehe nach unten direkt in ihre erschrockenen Augen, wie sie schnell samt dem Schiff in der Tiefe verschwindet. Ich muß mich in einem kurzen Moment entscheiden, mich zu retten oder ihr zu helfen. Aber eigentlich habe ich keine Wahl, ich muß auftauchen und sie sterben lassen.
Beim Auftauchen ist mir alles egal, ich bin schockiert über meine völlige Hilflosigkeit, mit der ich jetzt für immer weiterleben muß. Nichts hat mehr eine Bedeutung.

Beim ersten Traum weiß ich nicht, was er mit mir zu tun hat.
Der zweite Traum enthält Bilder in Verbindung mit D. Das Ehepaar und die Fahrsituation erinnern mich an Gefühle und Erlebnisse mit ihren Eltern.
Der Sog steht für Verstrickung. Nur indem ich nichts tue, komme ich davon frei und kann es loslassen.
Das Bild mit D. deute ich so, daß ich ihr nicht helfen kann - sie hat ihre eigenen Verstrickungen. Sie hat mich in letzter Zeit mehrmals nach meiner Ansicht zu Themen bei ihr gefragt. Ich kann mit ihr sprechen, aber ich kann da nichts ändern - es geht dabei für mich um mein Verständnis von solchen Situationen. Ich kann ehrlich sagen, was ich meine, aber es sind ihre Sachen. Ich habe da doch noch Erwartungen und Projektionen gehegt und auch die überhebliche Sicht, ich könnte ihr helfen, mit der ich mich über sie stelle und sie entmündige. Eigentlich weiß ich, daß ich da gar nichts “weiß” und tun kann (im Sinn von etwas haben und geben, z.B. einen Vorrat an Strategien, Lösungen oder sonstigen Konzepten). Ich spreche nur aus meinem Gefühl in dem Moment und das ist alles.

In beiden Träumen kam mehrmals stellenweise eine dunkle Ahnung auf, daß diese Träume nur Bilder sind, die ich erlebe - und ich betrachtete sie dann eher interessiert als daß ich mit den Gefühlen vollständig involviert gewesen wäre. Es hatte mehr den Charakter einer Filmvorführung.

Traum von Verfolgung

Ich fahre auf dem Gepäckträger bei einem kräftigen Bekannten auf dem Fahrrad mit. Wie als Kind im Stehen. Wir fahren in einer hellen Vollmondnacht durch einen Park, der plötzlich wie ein weiter Wald mit vielen Lichtungen aussieht. Schon von sehr weit höre ich einen Hund wütend bellen. Ich weiß, daß er mich verfolgt. Als er in Sichtweite kommt, geht es schnell. Ich treibe den Fahrradfahrer an, denn der Hund braucht nur ein wenig zu springen, um mich zu beißen.
Kurz bevor er ganz herangekommen ist, springe ich sehr hoch und kann mich an irgendetwas festhalten. Das beginnt plötzlich zu fliegen und ich steige immer höher. Aber der Hund springt und schnappt noch nach mir, während ich dort hänge. Er kann sehr hoch springen, bis er ebenfalls fast fliegt. Er verfehlt mich immer nur um Haaresbreite. Als ich irgendwann hochsehe, merke ich, daß ich ebenfalls an einem Hund der gleichen Rasse hänge. Er hat aber noch Flügel. Ich sitze in der Falle - er läßt mich jetzt langsam hinunter und ich weiß, daß mich jetzt der andere erwischen wird. Jetzt wo mir das klarwird, bleibe ich ruhig.

Ich flüchte vor dem verfolgenden Hund, aber es ist keine Angst da. Das Gefühl ist eher eine altbekannte Flucht, die ich ertrage, weil sie schon ziemlich lange so geht. Ich bin dem überdrüssig.
Ich benutze für die Flucht andere Kräfte, als meine eigenen (Fahrradfahrer, fliegender Hund).
Ich interpretiere es so, daß ich mich immer nach anderen richte, nach anderen Vorstellungen und äußeren Vorgaben, was leichter ist, als zu mir zu stehen. Ich bin ein Trittbrettfahrer. Ich bringe das vor allem mit der Arbeitsgeschichte in Zusammenhang. Wenn ich schon weiß, daß ich dort nichts wirkliches finden kann, ist das nur ein Aufschieben. Ich weiß, daß ich vor etwas davonlaufe, das ich nicht sehen will. Vielleicht komme ich nie irgendwoanders hin. Es wäre nur eine “fliegende Ausflucht”. Am Ende würde ich doch wieder zurückfallen. Genau das habe ich gestern noch ins Tagebuch geschrieben.

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