Nachtrag:
Vormittags hatte ich Zeit und zeichnete an Ideen für das Nachbargrundstück, nachdem ich weitere notwendige Informationen dafür bekommen hatte. Nächste Woche gebe ich ein eigenes Angebot dafür ab (eines von einem anderen Gärtner liegt den Nachbarn schon vor), um den Auftrag evtl. zu bekommen und das zusammen mit einem hiesigen Gartenbauer auszuführen.
Starke Schwankungen zwischen dem Empfinden, es versuchen zu wollen, wenigstens einmal etwas Freies zu tun. Und andererseits Beschimpfungen, ein Träumer zu sein, an ungezügeltem Größenwahn und Selbstverherrlichung zu leiden. In diesem Zwiespalt zeichnete ich an den Ideen, bis ich zu einer tatsächlich tragfähigen Idee kam, die die Kundenwünsche berücksichtigt, bezahlbar ist und mir selbst auch gefällt (im Gegensatz zu den geäußerte, vagen Vorstellungen der Kunden).
Heute:
Nach der Arbeit war ich in der Gärtnerei und traf den Inhaber, der von einer recht großen Baustelle berichtete. Ich verglich mich mit ihm und fing an, mich schlecht zu fühlen, wie wenig realistisch ich bin und wie träumerisch. Es ging soweit, daß ich meinte, ich müsse jetzt aufhören mit allen Einbildungen darüber, als Gärtner zu arbeiten und mir auch noch einzubilden, etwas auf die Beine stellen zu können. Das erzeugte ein Gefühl, niemals in der Wirklichkeit ankommen zu können. Da ist immer eine Schicht Einbildungen zwischen mir und der Wirklichkeit, während andere scheinbar völlig problemlos darin schalten und walten. Ich fühle mich immer getrennt davon, einfach nur einmal eine einzige Sache ganz zu verfolgen, bei mir jagen unzählige Zweifel und widersprüchliche Gefühle einander, die mich lähmen – diese Instabilität ist sicher eines meiner Hauptprobleme. Es gibt in mir nur dünne Konstruktionen, um diese ständig latent vorhandenen Unsicherheit notdürftig zu überbrücken. Und ständig brechen diese Behelfskonstrukte zusammen oder schwanken zumindest bedrohlich.
Ich sehne mich stark nach grundlegendem Halt und Stabilität. Ich sehe schon lange ein, daß ich das weder bei anderen noch in äußeren Umstände finde (das wäre die scheinbare Kind-Lösung). Ich möchte es in mir finden. Aber dort bin ich noch nicht. Es muß tiefer liegen als Gefühle und Empfindungen. Ich kann nur anfangen, diese Gefühle von Angst und Ahnungslosigkeit zu durchleben. Das allein ist an sich schon ein Funken Stabilität und Selbstverantwortung.
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