Nüchtern – weniger Vermeidung und Sucht

Heute ging es mir ausgesprochen gut.
Ich hatte vormittags die Formalitäten wegen des Wagens erledigt und noch ein Ersatzteil für das Fahhrad geholt. Es fühlte sich alles klar an.

Diesmal war der Behördengang sehr einfach verlaufen. Ich sträubte mich nicht dagegen. Auch bei der Versicherung lief es dann so. Ich konnte das heute einfach erleben, ohne mich gegen all die Systeme und Regulierungen innerlich zu wehren bzw. mich dann immer weiter in eine Abneigung und Angst hineinzusteigern. Ich fand heraus, daß es meine eigene Lebensvermeidung ist, mit der ich mich in ein starkes Unbehagen hineinsteigern kann. Die festzementierte Obrigkeitsgläubigkeit und deren Auswirkungen zu sehen ist eine Sache, das dann aber immer weiter in mich hineinzufressen, mich in eine Angst hineinzusteigern und mich damit innerlich abzuarbeiten ist etwas anderes und völlig unnötig. Ich kann nichts daran ändern. Nur hatte ich kein Ventil dafür.

Es gibt genug intelligente Menschen, die das auch sehen, dann aber trotzdem einfach “ihr Ding” machen und sich so selbst wieder Luft verschaffen.
Es waren meine eigenen übermnäßig geschürten Projektionen, mir das als übermächtige Zwänge darzustellen, denen ich ausgeliefert sei und dann eine fast paranoide Abneigung dagegen aufzubauen.
Das verstand ich heute selbst. Freiheit erlebe ich sofort, wenn ich selbst etwas will. Dann gehören solche Angelegenheiten einfach zu den notwendigen Gegebenheiten. Was ich selbst will, hat damit ja nichts zu tun. Ich hänge nur solange an den Projektionen fest, wie ich selbst nichts Besseres habe.

Nachmittags nutzte ich die Zeit, um am Computer zu arbeiten und begonnene Internetseiten abzuschließen.

Obwohl ich mich lange nicht darum gekümmert habe, kommen zur Bitcoinseite immer wieder Angebote zu Zusammenarbeit. Für ein bestimmtes Thema suchte ich nach und merkte, wie mich das reizte, das zu durschauen (ich landete m Ende beim Durchsehen der neuen Programmiersprache von Google). Diesmal konnte ich das nüchtern beobachten, das Interesse und auch das, was das tatsächlich bringen könnte, bzw. was ich selbst da will. Ich sah den deutlichen Unterschied, mental völlig darauf abzufahren oder dagegen nüchtern zu bleiben. Das ging jetzt, weil ich nicht mehr darin hänge, nicht mehr abhängig bin und es als von außen ansehen konnte. Ich empfinde es so, daß ich jetzt einen stabileren Stand habe in der Wirklichkeit. Und das ist, als wäre ich der letzte, der ankommt aus einer eigenen Verwirrung und alle anderen sind immer schon dort.

Was ich nicht verstand war ein eigenartiger Eindruck, als würde ich jetzt aus den Augen meines Vaters schauen, bzw. als würde ich wie mein Vater erleben und innerlich seine Stelle einnehmen. Ich erinnerte mich sehr stark an Eindrücke aus der Kindheit und empfand es, als würde ich jetzt langsam dort ankommen, auf was ich schon seit Kindheit gewartet habe – nämlich mich daran zu erinnern, wie es sein würde, selbst an die Position zu kommen, in der ich meinen Vater erlebte. – Anscheinend muß ich immer noch selbst durch und durch kapieren, erwachsen und verantwortlich zu sein.

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