Verstand dickflüssiger

Gestern war ich in einem eigenartigen Zustand, genau wie damals, als der Verstand dickflüssiger wurde. Morgens war mir leicht übel und schwindlig. Gleichzeitig fühlte ich mich aber auch erleichtert. Es war ein Gefühl, als hätte ich ein Loch im Bauch und als gäbe es von dort überhaupt keinen Druck mehr, bzw. fiel mir dadurch auf, daß vorher immer einer vorhanden gewesen sein mußte. Ich fühlte mich insgesamt gut, doch für die Arbeit und für nützliche Dinge war die Verfassung nicht gerade hilfreich. Ich hatte keine Kraft mehr, aber wenn ich dann eine Aufgabe vor mir sah, dann war plötzlich beim Tun genau soviel Kraft vorhanden wie nötig. Ich meinte auch, ich könnte nicht mehr richtig denken, denn alles im Kopf lief sehr viel langsamer ab. Trotzdem funktionierte es, wenn ich mich konzentrierte. Ohne Anforderungen hätte ich wahrscheinlich gar nichts mehr getan, sondern wäre einfach nur dagesessen oder wäre ein wenig herumgegangen, um einfach nur zu erleben, zu schauen, zu hören und zu riechen.

Als ich eine Kundin bedienen wollte, fand ich zuerst überhaupt keine Pflanzen mehr (einige waren umgestellt und viele schon abgeschnitten, ein paar gewünschte kannte ich auch nicht). Ich rief eine Kollegin zu Hilfe und überwies die Kundin gleich an sie. Ich war froh, die Aufgabe loszuwerden, denn ich fühlte mich richtig überfordert.

Aber auch die einfache Aufgabe, eine große Lieferung mit Blumenzwiebeln auszusortieren, auf Vorbestellungen zu verteilen und mit Bildetiketten zum Verkauf aufzubauen war noch kompliziert genug, mit den Preislisten, Bestellungen, Lieferscheinen, Preisberechnungen, internen Notizen, usw. Ich konnte es selbst nicht glauben, daß mich das so forderte, aber ich brauchte tatsächlich die ganze Aufmerksamkeit dafür. Nur so funktionierte überhaupt etwas.

Manchmal stand ich wie neben mir. Ab Nachmittag bekam ich einen anhaltenden Druckkopfschmerz von oben, der dann zunehmend stärker wurde. Zuhause wollte ich mich um ca 18.00 nur kurz hinlegen, schlief aber sofort ein. Erst um 23.00 Uhr ging ich vom Sofa ins Bett und schlief dann insgesamt 12 Stunden.

3 Antworten zu „Verstand dickflüssiger“


  1. 1 F. 27. Oktober, 2009 um 21:58

    Deine „Kundalini“ ist jetzt erwacht bwz. in dir aktiv. Es ist nicht notwendig, dass du dich intensiv damit auseinandersetzt oder irgendwas anderes tust, als du sowieso schon tust, aber es ist gut, mindestens davon mal gehört zu haben, weil es vielen Erlebnissen mindestens einen halbwegs intellektuell nachvollziehbaren Rahmen verleiht. Auf dem Internet findest du haufenweise Information, vieles davon ist jedoch ziemlich halbseiden, übertrieben oder schlichtweg Unsinn. Einigermassen vertrauenswürdige Quellen sind Swami Sivananda oder Gopi Krishna.

    • 2 Marco 28. Oktober, 2009 um 20:39

      Lieber F.,

      danke, daß Du immer versuchst zu helfen und zu unterstützen.

      Ich habe noch nicht einmal eine leise Ahnung, was der Verstand ist und wie er funktioniert. Deswegen war ich zuerst sehr skeptisch und auch unsicher, was ich mit dem Angebot eines intellektuellen Rahmens anfangen könnte. Selbst wenn es so wäre, daß dieses Erleben etwas mit „Kundalini“ zu tun hätte, bringt es mir nichts. Was macht es für einen Unterschied, wie der Virus heißt, wenn ich krank bin und was für dramatische Erlebnisse andere damit angeblich schon hatten?

      Ich habe Deinen Verweisen folgend kurz nachgelesen. Ich habe nur gemerkt, daß es mich recht kalt gelassen hat im Vergleich zu früher, als mich das Geheimnisvolle wahrscheinlich sehr stark angezogen und in Wallungen gebracht hätte. Jetzt wäre ich vielmehr froh, einen kleinen Blick auf den Verstand zu erhaschen, um einzusehen, daß ich das nicht bin.

      Ich halte es so, im Einklang mit Deiner Empfehlung: Sollte mir dabei einmal etwas passieren, das mich verunsichert oder bei dem ich nicht weiterweiß, kann ich immer noch die Fachausdrücke und Abhandlungen dazu raussuchen. Aber dann, um etwas Tatsächliches zu verstehen und nicht, um mir Vorstellungen über etwas zu bilden, das gar nicht zu meinem Erfahrungsbereich gehört.

      Lieber Gruß
      Marco

  2. 3 F. 29. Oktober, 2009 um 8:57

    > Ich habe nur gemerkt, daß es mich recht kalt gelassen hat im Vergleich zu früher, als mich das Geheimnisvolle wahrscheinlich sehr stark angezogen und in Wallungen gebracht hätte.

    Ich hätte dich gar nicht erst darauf hingewiesen, wenn ich der Meinung gewesen wäre, dass dich das überhaupt (noch) wesentlich interessiert. ;)


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