Nisargadatta fragt einer Frau an einer Stelle nach ihrer Identität, die sie nach langem Suchen als ihr eigenes Ich entdeckt habe.
Das ist eine Fangfrage, auf die ich gerade auch noch hereingefallen bin. Denn wenn die Frau sich mit dem Versuch auseinandersetzt, ihm darauf lang und breit eine Antwort zu geben, geht sie auf den Leim – genauso wie ich. Die Antwort muß die Frage hinfällig werden lassen, weil sie umfassender ist und den Rahmen der Frage sprengt. Wenn es kein Ich gibt, sondern einfach nur den Vorgang von Wahrnehmung, dann gibt es auch kein „wahres Ich“ zu entdecken. Die Suche nach diesem Ich ist die Suche auf der falschen Seite, dort wo es immer nur möglich ist, daß sich die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes und klar abgegrenztes Objekt hin verengt. Die Aufmersamkeit auf sich selbst angewendet ist genau das Gegenteil dieses Beschäftigungsmodus.
Wenn einfach nur das abläuft, was passiert, dann gibt es keine Notwendigkeit für ein Ich-Konzept. Und hier paßt Wille sogar perfekt ins Bild. Viel zu lange habe ich Wille nur als Ausdruck des Egos verstanden. Dagegen ist der Wille etwas völlig Eigenständiges. Es ist mehr ein körperlicher Ausdruck der Wesensart, die problemlos abläuft, wenn kein unsichtbares Hindernis konstruiert wird in Form eines Ichs, das schwierige Entscheidungen zu treffen hätte. Wer einfach unmittelbar weiß, was er will, und wem es nicht abgewöhnt wurde, sich darauf verlassen zu können, der hat auch kein Problem mit Schein-Entscheidungen und den Schwierigkeiten, die sich dabei ergeben.
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