Ich vermute, es kommt von den erweiterten Übungen am Morgen. Es sind eigentlich nur ein paar Minuten, doch ich merkte heute einen deutlichen Unterschied. Die Kraftübungen aktivieren noch auf einer ganz anderen, tieferen Ebene und die Reihenfolge muß auch so sein: Laufen und dann Kraft. Mein Atem wird dabei noch viel tiefer und ich komme sofort an eine Grenze, wo ich beim Laufen eher noch lange weitermachen könnte. Mein Körper ist auf Ausdauer ausgelegt und nicht auf Kraft, deswegen ist es vielleicht gar nicht schlecht, da einen Ausgleich einzubauen.
Morgens fühlte ich mich erstaunlich kraftlos, wie mir das schon in den letzten Tagen aufgefallen ist. Und jetzt wird mir erst klar, wie lange das schon geht. Ich erinnerte mich an einen Hinweis: „Der Körper will nicht erwachen.“ Ich hatte mich schon seit einer langen Zeit daran gewöhnt und mir unterschwellig eine Erklärung geschaffen, das sei eine Begleiterscheinung der vermehrten Aufmerksamkeit und Selbstbeobachtung. Beim Laufen verschwindet es dann immer schnell. Trotzdem muß ich mir eingestehen, daß ich mich als allgemein schwächer und weniger widerstandsfähig empfinde als früher. Aber das war ich ohnehin noch nie.
Durch die Übungen fühle ich nach dieser Zeit mit Schwäche aber wieder einen vergrößerten inneren Halt, ohne daß meine Dünnhäutigkeit verloren ginge – zumindest war das heute mein Eindruck.
Durch diesen tieferen Impuls der Übungen empfand ich mich heute mehr am Platz, bestimmter und weniger zögerlich. Vielleicht war es aber auch nur eine Tagesform. Mich interessiert, was bei längerer Beobachtungsdauer herauskommt. Bei diesen körperlichen Dingen brauche ich Konstanz. Die guten und interessanten Auswirkungen spornen mich schon von allein an dranzubleiben.
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