Ich bin an einem See mit einer Gruppe von Leuten. Es wird mir zuviel, all dieses Geplänkel und Getue und dabei ist alles so falsch. Ich gehe weg und an dem steilen Ufer entlang, das mir einsam erscheint. Ich komme auf einen Weg. Etwas weiter hinten begegne ich einer schönen Frau. Sie erinnert mich etwas an eine der Südseefrauen von Gaugin. Sie ist so offen und liebevoll, daß ich ganz erschüttert bin. Denn ich merke, daß ich noch viel härter und falscher bin, als ich meine zu sein und mich anders, als die anderen „Lügner“ fühle. Es ist ein großes Gefühl des Schmelzens und der Aufgabe von falschen Masken. Anfangs schaue ich noch unsicher zurück, ob nicht jemand nachkommt, oder ob ich nicht mehr zurückkann. Alles ist eins bei ihr, ich lasse mich dann zaghaft darauf ein, mit ihr zu reden, zu baden, sie zu berühren, ihre samtweiche Haut und den Kontakt und auch den Sex – alles ist nur ein Spiel und echt gleichzeitig. Trotzdem kommen noch Bedenken auf. Irgendwann weiß ich, daß das ein Traum ist und wundere mich, daß ich meine Widerstände nicht einmal in meinem Traum loslassen kann. Dann wache ich auf.
Der Traum spiegelt etwas wieder, das ich in der letzten Zeit erlebt habe und das in mir arbeitete. Ich habe eben noch geschrieben, es wären momentan keine sexuellen oder körperlichen Interessen da. Das stimmt nicht. Es ist, als wären die unter einem Schleier verdeckt gewesen. Der ist jetzt etwas weggezogen worden durch die Kraftübungen. Ich bin momentan ruhig, aber da ist auch viel Verleugnung.
Ich weiß genau, der Traum spricht von zwei Frauen, in deren Gegenwart ich mir immer betrogen vorkomme. Die wissen nämlich sehr gut, wie sie manipulieren können unter Einsatz ihrer erotischen Reizwirkung, die sie genau kennen und ständig neu ausloten – dabei wird das aber zu einem Instrument, es geht nämlich überhaupt nicht um Anziehung, Sympathie sondern um irgendwelche ganz anderen Themen. Ich falle darauf ebenso rein wie alle anderen auch. Nur habe ich mich da schon immer ausgenommen und zurückgezogen, indem ich das einfach verleugnet habe.
Ich wollte mich nicht abhängig fühlen, so wehrlos und manipulierbar und ich wollte diese Berechnung dahinter nicht völlig erkennen. Ich habe solche meist gutaussehenden Frauen unterschwellig oft als hartherziger und kälter empfunden als alle übrigen Menschen. Dahinter muß aber auch ein verletzlicher, ängstlicher Mensch stecken, der eben unter seiner hübschen Verpackung leidet, weil er keinen tieferen Kontakt bekommt, sondern alle eben nur die Verpackung wollen – aber gleichzeitig wird das auch eingesetzt und benutzt, wo es eben dienlich ist.
Ich kann mich da aber jetzt auch durch diese Betrachtung in keiner Weise schützen. Im Gegenteil, die Wirkung selbst wird sogar stärker, weil ich unterscheide, was wie wirkt. Da steckt einerseits Manipulation dahinter mit einem unterliegenden Interesse – das interessiert mich nicht, bzw. ich habe dann die Freiheit, etwas damit an zufangen. Die leere Hülle, die Verpackung, der Körper verliert dadurch aber nicht den Reiz. Das bleibt bestehen. Da ist etwas ganz anderes interessiert, was sich einen Dreck um meine Gedanken schert.
Der Traum spricht von einer Sehnsucht, das in Einklang zu bringen. Ich möchte frei und ungezwungen in Kontakt kommen dürfen ohne körperliche Schwellen und meine Blockaden, die ich dazu verinnerlicht habe. Eigenartig, daß es so schwer fällt, so etwas Einfaches zuzugeben.
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