Ein großer Lärm am grauen Himmel. Ein Flugzeug rast über das Haus und liegt ganz schräg in der Luft. Es wird abstürzen. Der Teil eines Tragflügels ist abgerissen, es muß im dichten Nebel irgendwo angestoßen sein. Ich denke in Angst und mit Wut, wieso noch bei diesen Verhältnissen geflogen und nicht die Natur berücksichtigt wird. Dann kommt soetwas dabei heraus: eine genauer betrachtet verrückte Einrichtung – das Flugzeug – zerschellt an der anderen, dem Wolkenkratzer, wo der Flügel hängengeblieben ist, wie ich vermute. Dann merke ich, daß ich das erstaunlich kühl betrachte, so als wäre das alles logisch.
Ich bin auf einem Schiff eines reichen, selbstgefälligen Ehepaars. Der Mann fährt sehr schnell, um anzugeben, obwohl ich das nicht will. Schließlich übersieht er eine Untiefe, bei der Felsen direkt unter dem Wasserspiegel liegen und kann nicht mehr vorbeilenken. Das Schiff wird unten aufgerissen und geht schnell unter. Es ist jetzt auf einmal viel größer, ein kleines Kreuzschiff, und der Sog zieht mich mit in die Tiefe. Ich habe keine Angst, denn ich weiß, daß ich nur das Schiff unter mir in die Tiefe stürzen lassen muß, dann endet der Sog von selbst und ich kann ohne große Anstrengung auftauchen. Alle Schwimmbewegungen würden mich nur Luft und Kraft kosten. Doch es dauert immer länger bis ich mich endlich auf dem Weg nach oben befinde. Die Luft geht mir aus, ich werde immer schwächer. Ganz am Ende schaffe ich es noch mit letzter Kraft. Trotz der Gefahr hatte ich zu keiner Zeit Angst, worüber ich mich selbst wundere.
Dann gleich nochmal zurück zum Untergang des Schiffes – als hätte ich zuwenig gelitten und müßte noch ein paar schlimmere Bilder sehen. Diesmal ist D. dabei. Als das Schiff untergeht, versuche ich, sie mit aller Kraft möglichst weit vom Schiff wegzustoßen, damit sie nicht vom Sog erfaßt wird. Ich meine, daß ich besser damit umgehen kann. Doch als ich mich vom Sog lösen kann (wie vorher), bemerke ich, daß sie noch an einem Geländer am Schiff festhängt. Ich hatte gemeint, sie wäre schon viel weiter weg. Ich sehe nach unten direkt in ihre erschrockenen Augen, wie sie schnell samt dem Schiff in der Tiefe verschwindet. Ich muß mich in einem kurzen Moment entscheiden, mich zu retten oder ihr zu helfen. Aber eigentlich habe ich keine Wahl, ich muß auftauchen und sie sterben lassen.
Beim Auftauchen ist mir alles egal, ich bin schockiert über meine völlige Hilflosigkeit, mit der ich jetzt für immer weiterleben muß. Nichts hat mehr eine Bedeutung.
Beim ersten Traum weiß ich nicht, was er mit mir zu tun hat.
Der zweite Traum enthält Bilder in Verbindung mit D. Das Ehepaar und die Fahrsituation erinnern mich an Gefühle und Erlebnisse mit ihren Eltern.
Der Sog steht für Verstrickung. Nur indem ich nichts tue, komme ich davon frei und kann es loslassen.
Das Bild mit D. deute ich so, daß ich ihr nicht helfen kann – sie hat ihre eigenen Verstrickungen. Sie hat mich in letzter Zeit mehrmals nach meiner Ansicht zu Themen bei ihr gefragt. Ich kann mit ihr sprechen, aber ich kann da nichts ändern – es geht dabei für mich um mein Verständnis von solchen Situationen. Ich kann ehrlich sagen, was ich meine, aber es sind ihre Sachen. Ich habe da doch noch Erwartungen und Projektionen gehegt und auch die überhebliche Sicht, ich könnte ihr helfen, mit der ich mich über sie stelle und sie entmündige. Eigentlich weiß ich, daß ich da gar nichts „weiß“ und tun kann (im Sinn von etwas haben und geben, z.B. einen Vorrat an Strategien, Lösungen oder sonstigen Konzepten). Ich spreche nur aus meinem Gefühl in dem Moment und das ist alles.
In beiden Träumen kam mehrmals stellenweise eine dunkle Ahnung auf, daß diese Träume nur Bilder sind, die ich erlebe – und ich betrachtete sie dann eher interessiert als daß ich mit den Gefühlen vollständig involviert gewesen wäre. Es hatte mehr den Charakter einer Filmvorführung.
Neueste Kommentare