Archiv für 23. Mai 2008

Konkret werden

Die Arbeitsgeschichte hat noch weiter in mir gearbeitet.
Ich habe heute abend die Bewerbung fertiggemacht und abgeschickt. Ich war stolz, daß mir ein erstaunlich tatkräftiges und offenes Anschreiben so ganz von selbst von der Hand ging. Es war sogar für mich selbst interessant, denn es klang in dem Überblick auch noch im Ganzen schlüssig, ohne daß ich da etwas beschönigen oder hinbasteln mußte. Ich empfand es so, als würde sich da schon lang etwas in meiner Person zusammenbrauen und es war eine Erleichterung, dem nachzugeben. Es kamen auch gleich noch viele weiterführende Ideen in Verbindung damit auf.

Ich muß das jetzt konkret angehen und herausfinden, was mich dort interessiert. Es geht um drei Monate, aber vor allem schon einmal um ein Gespräch dort, um vorfühlen zu können, was und ob es mich dann immer noch interessiert. Den fliegenden Hund aus dem Traum interpretiere ich jetzt als meine fliegenden Ideen in dem Umkreis, an denen ich hänge. Erst als ich hinsehe, sinke ich langsam zurück zur Erde und der erschreckend aussehenden Wahrheit (dem verfolgenden Hund) entgegen.
Das sagt etwas über Enttäuschung von falschen Vorstellungen und Ernüchterung. Aber ich muß das konkret erfahren, denn in meinem Kopf dreht sich momentan nur alles und ich erwarte da auch keine Lösung mehr. Darauf habe ich schon viel zu lange doch noch immer gehofft – so als würde mir da eine plötzliche Eingebung im Schlaf kommen. Aber dieses Zögern, Zaudern, Kokettieren und Herumdenken war mir jetzt endgültig zuwider. Auch wenn das wie eine dieser Egoentscheidungen klingt, es war vielmehr ein Nachgeben gegenüber etwas, das ich dauernd schon unterdrückte, weil ich „standhalten“ wollte und nicht flüchten vor meiner Situation. Aber das kann ich auch falschherum verstehen, sobald ich wieder eine starre Regel daraus mache. Hinweise aus dem Forum strömten mir zuhauf im Kopf herum, und sie widersprachen sich alle. Ich muß die Verantwortung endlich selbst übernehmen.

Dazu: Der kleine Junge aus dem anderen Traum bin ich selbst. Ich nehme mich also an der Hand, d.h. ich übernehme die Verantwortung für mich und erst dadurch gehe ich ruhig und unbeirrt in die Freiheit.