Einsicht über Alleinsein

Heute morgen war mir übel und schwindlig, und ich lief nicht.
Es erinnerte mich an die erste Zeit in der Schule, in der es um meine Unklarheit ging und sich das zeigte. Ich verstehe aber nicht, was jetzt der Auslöser gewesen sein könnte.

Ich war mit D. zusammen - fühlte mich anfangs schlecht und befangen ihr gegenüber. Etwas ist da ungelöst. Ich meinte, ich könne jetzt nicht mehr auf sie eingehen, mit ihr zusammensein und vor allem etwas von ihr empfangen. Etwas wehrte sich in mir - vor allem, wo ich gerade noch nach allen Seiten hin offen bin - das paßt nicht zusammen.
Sie versuchte, mich zu überzeugen, das sei alles egal, sie sei ganz ruhig damit, wie im Moment alles zwischen uns sei. Da ist diese fraglose Vertrautheit, die ich gar nicht anzweifeln brauche. Ich entspannte mich dann. Es kam dann aber noch etwas anderes hinzu: Ein eigenartig starkes Wissen, das ich bisher nur immer im Kopf nachvollzogen hatte. Jetzt wußte ich es auf einmal durch und durch. Es klingt banal, aber es war mir sehr tief klar wie nur irgendwas: Sie ist kein Teil von mir (und umgekehrt). Ich habe nichts mit ihr zu tun, bzw. nicht mehr als mit jedem anderen Menschen - man ist immer allein (als Ich). Ich bin vertrauter mit ihr, aber das ist eine Sache der Gewöhnung und vielleicht einer Art Körperchemie - aber kein gefühlsmäßiger Aufbau mehr, der da irgendetwas besonders hervorhebt. Es fühlte sich eigenartig an, das so zu erfahren und nicht nur zu denken - es war hart, real und auch tröstend (weil erklärend) gleichzeitig.
Ich war mir auf einmal über nichts mehr sicher. Vielleicht läßt sich sogar die Zweierbeziehungssicht überschreiten, so daß man sich am Ende gar nicht vom Fleck bewegen muß - aber ich bin nicht sicher, ob sich da nicht doch wieder Zweckdenken einschleicht.
Ich weiß im Moment gar nichts mehr in Bezug auf D., andere Frauen und weiterer Entwicklung. Etwas flüstert mir nur ständig ins Ohr, ich könnte nur alles falsch machen - oder gar nichts mehr machen und entscheiden wollen, auch wenn ich mir unter jeder anderen Betrachtungen dann schäbig, unentschlossen, wankelmütig und verantwortungslos vorkomme. Jemand, der sein Leben nicht entscheiden will.

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