Archiv für 6. Mai 2008

Das Rauchergeheimnis

Ich habe in der Nacht sehr wenig geschlafen. Durch die 12 Stunden Busfahrt am Sonntag, mit Abschnitten in denen ich geschlafen habe, ist mein Schlafrhythmus ganz durcheinander gekommen. Ich war früher immer stolz darauf, unkompliziert zu sein und nie Probleme mit solchen Umstellungen zu haben, aber heute habe ich keine Kraft mehr.
Ich brauche jetzt einen Anlauf, um wieder mitzukommen.

Auswirkungen des Schlafmangels: In der Arbeit funktionierte nicht alles nach Plan wie meistens. Ich mußte häufig aufstehen, um Abstand zu bekommen, weil ich in einer toten Gedankenschleife festhing oder meine Konzentration einfach nicht mehr vorhanden war. Gedankengänge brachen irgendwo ab, ohne daß ich wußte, wo sie angefangen hatten oder wieso ich etwas tat. Ich machte viele kleine Dinge mehrmals und kam mir völlig unfähig vor. Abschnittweise war ich auch einfach nur zum Einschlafen müde.
Als ich kurz nach unten vor die Tür ging, fielen mir überrschend viele verstohlene Raucher auf. Die verschaffen sich damit viele kleine Pausen, was guttut. Nur verbinden sie diese Wohltat dann mit dem Rauchen und knüpfen es an eine Gewohnheit, so daß wieder ein Schlaf mit offenen Augen daraus wird. Diese Rechtfertigung, wie „gesund“ solche Pausen eigentlich für den Kopf sind, habe ich sogar schon mehrmals von Rauchern gehört. Aber daß man einfach so aufsteht und dem eigenen Antrieb und Rhythmus folgt, sich eine Entspannung zu gönnen und sonst nichts, darauf kommt niemand. Das wäre ja auch zu eigenartig. Ich habe es ja selbst bisher meistens übergangen, aber heute spürte ich durch meinen Zustand den Unterschied und die Wirkung sehr deutlich, so daß ich den Trick (ich könnte es auch Geheimnis nennen) jetzt nicht mehr vergessen kann.
Und weil ich nichts weiter in der Hand oder im Mund hatte, geschah da noch etwas anderes: Ich war einfach nur anwesend.